Länderguide

Rechnung schreiben in Italien

Italien war das erste EU-Land mit einer E-Rechnungspflicht für alle B2B- und B2C-Transaktionen. Jede Rechnung muss über das SDI (Sistema di Interscambio) laufen. Hier findest du alles, was du dafür wissen musst.

Warum italienische Rechnungsregeln wichtig sind

Italien hat eines der am stärksten regulierten Rechnungssysteme in Europa. Seit Januar 2019 müssen alle Rechnungen zwischen italienischen Unternehmen elektronisch über das SDI übermittelt werden. Seit 2024 gilt das auch für Pauschalbesteuerte. Papierrechnungen sind nur noch in wenigen Ausnahmefällen zulässig. Die Agenzia delle Entrate nutzt die SDI-Daten für die steuerliche Compliance-Überwachung in Echtzeit. Fehler werden also schnell erkannt. Wenn du an italienische Unternehmen oder Verbraucher verkaufst, führt kein Weg am FatturaPA-Format und den IVA-Regeln vorbei.

Wichtige Steuer- und Rechnungsfakten

IVA-Sätze
Der Regelsatz beträgt 22%. Der 10%-Satz gilt für Tourismus, bestimmte Lebensmittel und Energie. Der 5%-Satz betrifft spezielle Gesundheits- und Sozialdienstleistungen. Der stark ermäßigte 4%-Satz deckt Grundnahrungsmittel, Zeitungen und Medizinprodukte ab.
Steuerliche Identifikation
Italienische Unternehmen haben zwei Kennungen: die Partita IVA (11-stellige Umsatzsteuernummer) und den Codice Fiscale (alphanumerischer Steuercode für Personen, numerisch für Unternehmen). Beide müssen auf Rechnungen stehen. Für EU-Geschäfte dient die Partita IVA mit IT-Präfix als EU-USt-IdNr.
SDI-E-Rechnungspflicht
Seit 2019 müssen alle B2B- und B2C-Rechnungen über das SDI im FatturaPA-XML-Format übermittelt werden. Das SDI prüft, leitet weiter und speichert jede Rechnung. Nicht über SDI gesendete Rechnungen gelten steuerlich als nicht existent. Seit 2024 gilt das für alle Steuerpflichtigen.
Sofortrechnung vs. aufgeschobene Rechnung
Italien unterscheidet zwischen fattura immediata (Ausstellung innerhalb von 12 Tagen nach der Transaktion) und fattura differita (Ausstellung bis zum 15. des Folgemonats bei mehreren Lieferungen). Der Typ muss im FatturaPA-Dokumententyp angegeben werden.
Gängige Zahlungsmethoden
Banküberweisung (bonifico bancario) ist Standard im B2B-Bereich. Ri.Ba. (Ricevuta Bancaria) ist ein weit verbreitetes Inkassoinstrument. SEPA-Lastschrift wächst bei wiederkehrenden Zahlungen. Im Verbraucherbereich sind Karten, Satispay und Bargeld verbreitet (Bargeldobergrenze: 5.000 EUR pro Transaktion).
Währung
Euro (EUR). Inlandsrechnungen müssen in EUR ausgestellt werden. Fremdwährungsrechnungen sind bei grenzüberschreitenden Geschäften zulässig, aber IVA-Beträge müssen zum Wechselkurs am Transaktionsdatum in EUR umgerechnet werden.

Pflichtangaben auf einer italienischen Rechnung

  • Vollständiger Name/Firmenname und Anschrift des Lieferanten
  • Vollständiger Name/Firmenname und Anschrift des Kunden
  • Partita IVA (Umsatzsteuernummer) des Lieferanten
  • Codice Fiscale (Steuernummer) des Lieferanten
  • Partita IVA oder Codice Fiscale des Kunden
  • SDI-Code (Codice Destinatario) oder zertifizierte E-Mail (PEC) des Kunden
  • Fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer (jährlich oder durchlaufend)
  • Rechnungsdatum
  • Liefer- oder Leistungsdatum (falls abweichend vom Rechnungsdatum)
  • Detaillierte Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen
  • Menge und Einzelpreis (netto) pro Position
  • Anzuwendender IVA-Satz pro Position (22%, 10%, 5% oder 4%)
  • Nettobetrag, IVA-Betrag und Bruttobetrag
  • Gegebenenfalls IVA-Befreiungscode (Natura-Codes N1-N7)
  • Zahlungsbedingungen, Zahlungsart und Bankverbindung (IBAN)
  • Bollo virtuale (digitale Stempelmarke, 2 EUR) bei IVA-befreiten Rechnungen über 77,47 EUR

Noch Fragen?

Muss ich das SDI für alle Rechnungen in Italien nutzen?

Ja. Seit Januar 2024 müssen alle italienischen Steuerpflichtigen, einschließlich Pauschalbesteuerter (regime forfettario), Rechnungen über das SDI ausstellen. Die einzigen Ausnahmen betreffen Rechnungen an bestimmte internationale Organisationen und an nicht ansässige Privatpersonen ohne italienische Steuernummer. Grenzüberschreitende Rechnungen an nicht-italienische Empfänger müssen trotzdem über die Esterometro-Integration im SDI gemeldet werden.

Was ist das FatturaPA-Format?

FatturaPA ist das vorgeschriebene XML-Format für italienische E-Rechnungen. Es folgt einem von der Agenzia delle Entrate definierten Schema und enthält alle Rechnungsdaten, Angaben zu Lieferant und Kunde, Positionen, Steuercodes und Zahlungsinformationen. Rechnungen müssen vor der Übermittlung an das SDI digital signiert werden (XAdES oder CAdES).

Was ist der Codice Destinatario?

Der Codice Destinatario ist ein 7-stelliger alphanumerischer Code, der den SDI-Kanal des Empfängers identifiziert. Unternehmen registrieren ihren bevorzugten SDI-Kanal (eigener oder der eines Dienstleisters) für den Empfang von E-Rechnungen. Wenn der Code nicht bekannt ist, kannst du '0000000' verwenden, und die Rechnung wird im Steuerfach (cassetto fiscale) des Empfängers bereitgestellt.

Wie funktioniert das Regime Forfettario?

Das Pauschalsteuerregime (regime forfettario) steht Einzelpersonen und Einzelunternehmern mit einem Jahresumsatz bis 85.000 EUR offen. Du zahlst eine pauschale Ersatzsteuer von 15% (5% in den ersten 5 Jahren für neue Unternehmen) statt regulärer IVA und IRPEF. Seit 2024 müssen auch Forfettario-Steuerpflichtige die SDI-E-Rechnung nutzen.

Wie lange muss ich Rechnungen in Italien aufbewahren?

10 Jahre aus zivilrechtlichen Gründen, und bis die steuerliche Festsetzungsfrist abläuft (in der Regel 5 Jahre, bei Nichtabgabe bis zu 7 Jahre). Da die Agenzia delle Entrate alle SDI-Rechnungen 15 Jahre speichert, nutzen viele Unternehmen das als digitales Archiv. Eigene Kopien aufzubewahren ist trotzdem dringend empfohlen.

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