Rechnung schreiben in Großbritannien
Großbritannien hat seit dem Brexit ein eigenes Umsatzsteuersystem. Making Tax Digital verändert den Umgang mit Steuern grundlegend. Hier erfährst du, was du bei der Rechnungsstellung im UK beachten musst.
Warum die britischen Rechnungsregeln wichtig sind
Seit dem Brexit betreibt Großbritannien ein eigenständiges Umsatzsteuersystem, unabhängig von der EU. HMRC (His Majesty's Revenue and Customs) setzt strenge Rechnungsanforderungen durch, und das Making-Tax-Digital-Programm (MTD) digitalisiert die Steuer-Compliance schrittweise. Die Registrierungsschwelle von 90.000 GBP bedeutet, dass viele Unternehmen Umsatzsteuer berechnen müssen. Der grenzüberschreitende Handel mit der EU erfordert jetzt Zollanmeldungen und Einfuhrumsatzsteuer. Wenn du deine UK-Rechnungen korrekt erstellst, vermeidest du HMRC-Strafen, beschleunigst Vorsteuererstattungen und hältst deinen internationalen Handel am Laufen.
Wichtige Steuer- und Rechnungsfakten
Pflichtangaben auf einer britischen Rechnung
- Einmalige Rechnungsnummer aus einer fortlaufenden Serie
- Name und Anschrift deines Unternehmens
- Deine Umsatzsteuer-Registrierungsnummer (GB + 9 Ziffern)
- Ausstellungsdatum
- Steuerzeitpunkt (Lieferdatum) falls abweichend vom Rechnungsdatum
- Name und Anschrift des Kunden
- Beschreibung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen
- Menge jedes Artikels oder Umfang der Dienstleistungen
- Umsatzsteuersatz pro Position (20%, 5% oder 0%)
- Gesamtbetrag ohne Umsatzsteuer
- Umsatzsteuerbetrag insgesamt
- Gesamtbetrag einschließlich Umsatzsteuer
- Einzelpreis pro Artikel
- Angabe von Skonto oder Preisnachlässen
- Währung der Beträge, falls nicht GBP
Rechnungsguides für Nachbarländer
Noch Fragen?
Ab wann muss ich mich im UK zur Umsatzsteuer anmelden?
Du musst dich registrieren, wenn dein steuerpflichtiger Umsatz 90.000 GBP in einem rollierenden 12-Monats-Zeitraum übersteigt oder wenn du erwartest, diesen Betrag in den nächsten 30 Tagen zu überschreiten. Nicht-britische Unternehmen mit steuerpflichtigen Lieferungen im UK müssen sich ab der ersten Lieferung registrieren, ohne Schwellenwert. Freiwillige Registrierung ist bei jedem Umsatz möglich.
Was hat sich nach dem Brexit bei der Rechnungsstellung geändert?
Das EU-Reverse-Charge-Verfahren gilt nicht mehr für UK-EU-Transaktionen. Exporte in die EU sind nullbesteuert, erfordern aber Zollanmeldungen. Importe aus der EU unterliegen jetzt der Einfuhrumsatzsteuer. Du kannst die aufgeschobene Umsatzsteuerabrechnung nutzen, um Liquiditätsengpässe bei Importen zu vermeiden. EC-Sales-Listen sind nicht mehr nötig.
Was sind vereinfachte Rechnungen im UK?
Für Lieferungen unter 250 GBP inklusive Umsatzsteuer kannst du eine vereinfachte Rechnung ausstellen. Sie muss nur deinen Namen, Anschrift, USt-Nummer, das Datum, eine Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen, den Gesamtbetrag inkl. USt und den Steuersatz enthalten. Vereinfachte Rechnungen sind bei grenzüberschreitenden Geschäften nicht zulässig.
Wie beeinflusst Making Tax Digital meine Rechnungsstellung?
MTD verlangt digitale Buchführung und die digitale Übermittlung von Umsatzsteuererklärungen. Deine Rechnungssoftware muss MTD-kompatibel sein oder sich per API mit den HMRC-Systemen verbinden. Die manuelle Eingabe im HMRC-Portal ist für die meisten Unternehmen nicht mehr erlaubt. Billstride unterstützt MTD-kompatible Buchführung.
Wie lange müssen Rechnungen im UK aufbewahrt werden?
6 Jahre. HMRC verlangt, dass alle Umsatzsteuerunterlagen einschließlich ausgestellter und erhaltener Rechnungen mindestens 6 Jahre aufbewahrt werden. Digitale Aufbewahrung ist unter MTD akzeptiert und erwünscht. Bei laufenden Ermittlungen kann HMRC eine längere Aufbewahrung verlangen.
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