Länderguide

Rechnung schreiben in Tschechien

Tschechien hält seine Rechnungsregeln klar und praktisch. Zwei Steuer-IDs (DIČ für die Umsatzsteuer, IČO für die Handelsregisternummer), übersichtliche DPH-Sätze und noch keine E-Rechnungspflicht. Banküberweisungen dominieren im B2B. Hier findest du alles Wichtige.

Warum die tschechischen Rechnungsregeln wichtig sind

Das tschechische Umsatzsteuergesetz (zákon o DPH, Nr. 235/2004) regelt, was auf eine Rechnung gehört. Die Vorgaben sind weniger komplex als in manchen Nachbarländern, werden aber konsequent durchgesetzt. Zwei Identifikationsnummern sind wichtig: Jedes Unternehmen erhält eine IČO (Handelsregisternummer) und umsatzsteuerpflichtige Unternehmen zusätzlich eine DIČ (Steueridentifikationsnummer). Wenn diese Angaben stimmen, werden deine Rechnungen für den Vorsteuerabzug akzeptiert und es gibt keine Verzögerungen bei Steuerprüfungen. Die tschechische Finanzverwaltung (Finanční správa) modernisiert ihre Systeme laufend. Die kontrolní hlášení (Kontrollmeldungen) bieten bereits Echtzeit-Einblick in Transaktionen.

Wichtige Steuer- und Rechnungsfakten

Umsatzsteuersätze (DPH)
Der Regelsatz beträgt 21%. Der ermäßigte Satz von 12% gilt für Lebensmittel, Getränke, Beherbergung, kulturelle Veranstaltungen und ausgewählte Dienstleistungen. 0% gilt für Exporte und innergemeinschaftliche Lieferungen. Die früheren Sätze von 15% und 10% wurden 2024 zu 12% zusammengeführt.
Steuerliche Identifikation (DIČ und IČO)
Jedes tschechische Unternehmen erhält bei Gründung eine IČO. Umsatzsteuerpflichtige Betriebe bekommen zusätzlich eine DIČ, die der IČO mit dem Präfix CZ entspricht. Beide Nummern müssen auf Rechnungen stehen. Für EU-Geschäfte dient die DIČ als EU-USt-IdNr.
Status der E-Rechnungspflicht
Tschechien hat Stand 2026 kein verpflichtendes E-Rechnungssystem für B2B-Transaktionen. Die EET (elektronická evidence tržeb, elektronische Registrierkassenpflicht) wurde 2023 abgeschafft. Die Regierung prüft EU-weite E-Rechnungsstandards, hat aber noch keinen Zeitplan festgelegt.
Kontrollmeldungen (kontrolní hlášení)
Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen müssen monatlich Kontrollmeldungen einreichen, die alle steuerbaren Transaktionen aufschlüsseln. Diese Meldungen gleichen Rechnungen zwischen Käufern und Verkäufern ab. Abweichungen lösen automatische Benachrichtigungen der Finanzverwaltung aus.
Gängige Zahlungsmethoden
Banküberweisung ist Standard im B2B-Bereich. Tschechien verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur für Sofortzahlungen. Zahlungsziele von 14 bis 30 Tagen sind üblich. Lastschrift und Kartenzahlung kommen hauptsächlich im B2C zum Einsatz.
Währung
Tschechische Krone (CZK). Inlandsrechnungen werden in CZK ausgestellt. Fremdwährungsrechnungen sind zulässig, aber die DPH muss zum Wechselkurs der Tschechischen Nationalbank am Tag der steuerbaren Leistung in CZK umgerechnet werden.

Pflichtangaben auf einer tschechischen Rechnung

  • Firmenname und Sitz des Verkäufers
  • Firmenname und Sitz des Käufers
  • DIČ (Steueridentifikationsnummer) und IČO (Firmennummer) des Verkäufers
  • DIČ des Käufers (falls umsatzsteuerpflichtig)
  • Fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Datum der steuerbaren Leistung (DUZP)
  • Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen
  • Menge und Einzelpreis (netto) pro Position
  • Anzuwendender DPH-Satz pro Position (21%, 12% oder 0%)
  • Nettobetrag, DPH-Betrag und Bruttobetrag
  • Währung (CZK für Inlandsgeschäfte)
  • Hinweis auf Steuerbefreiung, falls zutreffend
  • Zahlungsbedingungen und Bankverbindung

Noch Fragen?

Muss ich mich in Tschechien zur Umsatzsteuer anmelden?

Wenn dein Jahresumsatz 2.000.000 CZK übersteigt, ist die Umsatzsteuerregistrierung Pflicht. Eine freiwillige Registrierung unterhalb dieser Grenze ist möglich. Ausländische Unternehmen, die steuerbare Leistungen in Tschechien erbringen, müssen sich unabhängig vom Umsatz registrieren.

Was ist aus der EET (elektronische Registrierkasse) geworden?

Die EET wurde im Januar 2023 abgeschafft. Unternehmen müssen einzelne Verkaufstransaktionen nicht mehr in Echtzeit melden. Das System wurde im Rahmen einer umfassenderen Steuervereinfachung eingestellt. Es gibt derzeit keinen Ersatz für die Echtzeit-Umsatzmeldung.

Was sind kontrolní hlášení (Kontrollmeldungen)?

Kontrollmeldungen sind monatliche Umsatzsteuermeldungen, die alle steuerbaren Transaktionen über 10.000 CZK auflisten. Sie enthalten Angaben zu ausgestellten und erhaltenen Rechnungen. Die Finanzverwaltung nutzt sie, um Daten zwischen Handelspartnern abzugleichen und Betrug aufzudecken.

Wie lange müssen Rechnungen in Tschechien aufbewahrt werden?

Rechnungen müssen 10 Jahre ab Ende des Besteuerungszeitraums aufbewahrt werden, in dem sie ausgestellt wurden. Papier- und elektronische Aufbewahrung sind zulässig. Entscheidend ist, dass Rechnungen während der gesamten Aufbewahrungsfrist lesbar, authentisch und vollständig bleiben.

Kann ich auf Deutsch an ein tschechisches Unternehmen fakturieren?

Ja. Das tschechische Recht schreibt keine bestimmte Rechnungssprache vor. Die Steuerbehörde kann bei einer Prüfung allerdings eine tschechische Übersetzung verlangen. Zweisprachige Rechnungen oder international gebräuchliche Begriffe sind eine praktische Lösung.

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