Rechnung schreiben in Tschechien
Tschechien hält seine Rechnungsregeln klar und praktisch. Zwei Steuer-IDs (DIČ für die Umsatzsteuer, IČO für die Handelsregisternummer), übersichtliche DPH-Sätze und noch keine E-Rechnungspflicht. Banküberweisungen dominieren im B2B. Hier findest du alles Wichtige.
Warum die tschechischen Rechnungsregeln wichtig sind
Das tschechische Umsatzsteuergesetz (zákon o DPH, Nr. 235/2004) regelt, was auf eine Rechnung gehört. Die Vorgaben sind weniger komplex als in manchen Nachbarländern, werden aber konsequent durchgesetzt. Zwei Identifikationsnummern sind wichtig: Jedes Unternehmen erhält eine IČO (Handelsregisternummer) und umsatzsteuerpflichtige Unternehmen zusätzlich eine DIČ (Steueridentifikationsnummer). Wenn diese Angaben stimmen, werden deine Rechnungen für den Vorsteuerabzug akzeptiert und es gibt keine Verzögerungen bei Steuerprüfungen. Die tschechische Finanzverwaltung (Finanční správa) modernisiert ihre Systeme laufend. Die kontrolní hlášení (Kontrollmeldungen) bieten bereits Echtzeit-Einblick in Transaktionen.
Wichtige Steuer- und Rechnungsfakten
Pflichtangaben auf einer tschechischen Rechnung
- Firmenname und Sitz des Verkäufers
- Firmenname und Sitz des Käufers
- DIČ (Steueridentifikationsnummer) und IČO (Firmennummer) des Verkäufers
- DIČ des Käufers (falls umsatzsteuerpflichtig)
- Fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer
- Rechnungsdatum
- Datum der steuerbaren Leistung (DUZP)
- Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen
- Menge und Einzelpreis (netto) pro Position
- Anzuwendender DPH-Satz pro Position (21%, 12% oder 0%)
- Nettobetrag, DPH-Betrag und Bruttobetrag
- Währung (CZK für Inlandsgeschäfte)
- Hinweis auf Steuerbefreiung, falls zutreffend
- Zahlungsbedingungen und Bankverbindung
Rechnungsguides für Nachbarländer
Noch Fragen?
Muss ich mich in Tschechien zur Umsatzsteuer anmelden?
Wenn dein Jahresumsatz 2.000.000 CZK übersteigt, ist die Umsatzsteuerregistrierung Pflicht. Eine freiwillige Registrierung unterhalb dieser Grenze ist möglich. Ausländische Unternehmen, die steuerbare Leistungen in Tschechien erbringen, müssen sich unabhängig vom Umsatz registrieren.
Was ist aus der EET (elektronische Registrierkasse) geworden?
Die EET wurde im Januar 2023 abgeschafft. Unternehmen müssen einzelne Verkaufstransaktionen nicht mehr in Echtzeit melden. Das System wurde im Rahmen einer umfassenderen Steuervereinfachung eingestellt. Es gibt derzeit keinen Ersatz für die Echtzeit-Umsatzmeldung.
Was sind kontrolní hlášení (Kontrollmeldungen)?
Kontrollmeldungen sind monatliche Umsatzsteuermeldungen, die alle steuerbaren Transaktionen über 10.000 CZK auflisten. Sie enthalten Angaben zu ausgestellten und erhaltenen Rechnungen. Die Finanzverwaltung nutzt sie, um Daten zwischen Handelspartnern abzugleichen und Betrug aufzudecken.
Wie lange müssen Rechnungen in Tschechien aufbewahrt werden?
Rechnungen müssen 10 Jahre ab Ende des Besteuerungszeitraums aufbewahrt werden, in dem sie ausgestellt wurden. Papier- und elektronische Aufbewahrung sind zulässig. Entscheidend ist, dass Rechnungen während der gesamten Aufbewahrungsfrist lesbar, authentisch und vollständig bleiben.
Kann ich auf Deutsch an ein tschechisches Unternehmen fakturieren?
Ja. Das tschechische Recht schreibt keine bestimmte Rechnungssprache vor. Die Steuerbehörde kann bei einer Prüfung allerdings eine tschechische Übersetzung verlangen. Zweisprachige Rechnungen oder international gebräuchliche Begriffe sind eine praktische Lösung.
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