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Rechnung schreiben in Schweden

Schweden verbindet ein durchdachtes MOMS-System mit früher Einführung von E-Rechnungen. B2G-E-Rechnungen über Peppol sind seit 2019 Pflicht. Drei Steuersätze, starke digitale Infrastruktur und eine Kultur schneller Zahlungen. Hier findest du den kompletten Überblick.

Warum die schwedischen Rechnungsregeln wichtig sind

Schwedens Steuersystem ist transparent und hochgradig digitalisiert. Die schwedische Steuerbehörde (Skatteverket) stellt klare Richtlinien zu Rechnungsanforderungen bereit, und Compliance wird von Anfang an erwartet. Das Mervärdesskatt-System (MOMS) arbeitet mit drei Sätzen, sodass der richtige Satz für jede Position wichtig ist. Seit April 2019 müssen alle Rechnungen an öffentliche Einrichtungen elektronisch über Peppol oder SFTI versendet werden. Auch im B2B-Bereich bewegt sich der Markt Richtung E-Rechnung, viele Unternehmen nutzen Peppol bereits freiwillig. Schwedens Zahlungskultur ist effizient. Swish dominiert kleinere Transaktionen, während Bankgiro und Plusgiro das Rückgrat des B2B-Zahlungsverkehrs bilden. Korrekte Rechnungen bedeuten pünktliche Zahlungen.

Wichtige Steuer- und Rechnungsfakten

MOMS-Sätze
Der Regelsatz beträgt 25%. Ein ermäßigter Satz von 12% gilt für Lebensmittel, Hotelübernachtungen und Gastronomie (ohne Alkohol). Ein weiterer ermäßigter Satz von 6% umfasst Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, ÖPNV, kulturelle Veranstaltungen und Sportaktivitäten.
Organisationsnummer
Jedes schwedische Unternehmen erhält bei Gründung eine 10-stellige Organisationsnummer. Die schwedische USt-Nummer leitet sich daraus ab: SE-Präfix + Organisationsnummer + Suffix 01. Beide Nummern stehen auf Rechnungen und werden für alle steuerlichen Belange genutzt.
Peppol-E-Rechnungen für B2G
Seit April 2019 müssen alle Rechnungen an schwedische öffentliche Auftraggeber als strukturierte E-Rechnungen über Peppol oder SFTI versendet werden. Das Standardformat ist Peppol BIS Billing 3.0. Im B2B ist E-Rechnung freiwillig, wird aber über dieselbe Peppol-Infrastruktur zunehmend genutzt.
Kleinunternehmerbefreiung
Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 80.000 SEK können eine MOMS-Befreiung beantragen. Diese Unternehmen erheben keine MOMS, können aber auch keine Vorsteuer auf Einkäufe abziehen. Die Befreiung muss auf Rechnungen mit Verweis auf die entsprechende Bestimmung vermerkt werden.
Gängige Zahlungsmethoden
Bankgiro ist die häufigste B2B-Zahlungsmethode, gefolgt von Plusgiro. Swish (mobile Zahlungen) ist für kleinere Beträge allgegenwärtig und wird zunehmend auch im B2B eingesetzt. Banküberweisungen via IBAN sind Standard für internationale Transaktionen. Zahlungsziel von 30 Tagen ist die Norm.
Währung
Schwedische Krone (SEK). Schweden gehört nicht zur Eurozone. Inlandsrechnungen werden in SEK ausgestellt. Fremdwährungsrechnungen sind zulässig, aber die MOMS muss zum Wechselkurs der Skatteverket am Tag des steuerbaren Vorgangs in SEK umgerechnet werden.

Pflichtangaben auf einer schwedischen Rechnung

  • Vollständiger Name und Anschrift des Verkäufers
  • Vollständiger Name und Anschrift des Käufers
  • Organisationsnummer des Verkäufers
  • USt-Registrierungsnummer des Verkäufers (SE + Organisationsnummer + 01)
  • Organisationsnummer oder USt-Nummer des Käufers (bei B2B)
  • Fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Liefer- oder Leistungsdatum
  • Bezeichnung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen
  • Menge und Einzelpreis (netto) pro Position
  • Anzuwendender MOMS-Satz pro Position (25%, 12% oder 6%)
  • Nettobetrag, MOMS-Betrag und Bruttobetrag
  • Währung (SEK für Inlandsgeschäfte)
  • Hinweis auf MOMS-Befreiung, falls zutreffend
  • Zahlungsbedingungen und Bankgiro- oder Plusgiro-Nummer (oder IBAN)
  • Für B2G: Peppol-Teilnehmer-ID der öffentlichen Einrichtung

Noch Fragen?

Muss ich mich in Schweden zur MOMS anmelden?

Wenn dein Jahresumsatz 80.000 SEK übersteigt, ist die MOMS-Registrierung Pflicht. Unterhalb dieser Grenze kannst du eine Befreiung beantragen. Ausländische Unternehmen, die in Schweden steuerbare Leistungen erbringen, müssen sich unabhängig vom Umsatz registrieren. Die Anmeldung erfolgt über Skatteverket (verksamt.se).

Wie funktioniert die Peppol-E-Rechnung in Schweden?

Peppol ist das paneuropäische E-Rechnungsnetzwerk. In Schweden sind alle öffentlichen Einrichtungen über Peppol erreichbar. Du sendest eine strukturierte Rechnung im Format Peppol BIS Billing 3.0 an die Peppol-ID des Empfängers. Die meisten schwedischen Buchhaltungsprogramme unterstützen Peppol nativ. Ein Access-Point-Anbieter übernimmt die technische Zustellung.

Was ist der Unterschied zwischen Bankgiro und Plusgiro?

Bankgiro wird von Bankgirot betrieben und ist das dominierende B2B-Zahlungssystem. Plusgiro gehört zu Nordea. Beide werden für Rechnungszahlungen im Inland genutzt. Bankgiro-Nummern sind bei Geschäftsrechnungen gängiger. Viele Unternehmen geben beide auf ihren Rechnungen an, um Zahlern Flexibilität zu bieten.

Wie lange müssen Rechnungen in Schweden aufbewahrt werden?

Rechnungen müssen 7 Jahre ab Ende des Kalenderjahres aufbewahrt werden, in dem das Geschäftsjahr endete. Papier- und elektronische Aufbewahrung sind zulässig. Das schwedische Buchführungsgesetz (bokföringslagen) verlangt, dass Unterlagen in Schweden oder, mit Genehmigung von Skatteverket, innerhalb der EU/des EWR zugänglich und lesbar bleiben.

Kann ich auf Deutsch an ein schwedisches Unternehmen fakturieren?

Ja. Das schwedische Recht schreibt keine bestimmte Rechnungssprache vor. Englisch ist im Geschäftsleben weit verbreitet und wird problemlos akzeptiert. Deutsch ist ebenfalls zulässig. Skatteverket kann bei einer Prüfung eine Übersetzung verlangen, bei europäischen Sprachen ist das aber ungewöhnlich.

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